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Teilen ist das neue Haben

Wozu ein Auto besitzen, wenn man eines mitnutzen kann, wenn man es braucht? Wozu eine Leiter kaufen, wenn der nette Herr im Haus sie gerne ausleiht, weil er sie sowieso hat? Teilen vermeidet Ballast, ist nachhaltig und gesellig – Teilen ist der wahre Reichtum. Dank sozialer Netzwerke und Apps pulsiert die Sharing Economy: Es wird kräftig verschenkt und getauscht, geteilt und geliehen. Damit Du Dir ein Bild davon machen kannst, was es in dem Bereich alles gibt, haben wir ein paar Projekte aufgelistet.

Weil ich es habe – Gemeinsam nutzen

Du brauchst hin und wieder ein Auto, aber willst Dir keines anschaffen? Dann kannst Du Dich entweder bei einem der gängigen Car-Sharing-Dienste wie beispielsweise Car2Go oder DriveNow registrieren lassen, oder das Auto von anderen Leuten mitnutzen. Bei Nachbarschaftsauto und tamyca verleihen Privatpersonen ihr Auto stunden- oder tageweise, weil sie es selbst nicht ständig nutzen. Auf einer Karte siehst Du, wo in Deiner Nachbarschaft gerade ein Wagen verfügbar ist. Der Besitzer legt die Leihgebühr selbst fest, und der Anbieter der Plattform verlangt eine geringe Gebühr für die Buchung und die Versicherung. Das ist günstiger und unkomplizierter als jeder Autoverleih und vor allem eines: überaus nachhaltig!

Immer seltener haben Freiberufler und junge Unternehmer Büros für sich allein. Vielmehr teilen sie sich die Miete und die Nebenkosten, den Drucker und das WLan, und meistens auch die Büromöbel und die Kaffeemaschine. Co-Working ergibt nicht nur im Hinblick auf die Ausgaben Sinn, sondern auch was den kreativen Austausch betrifft. Im gemeinsamen Büro lernt man sich kennen, hilft sich gegenseitig und hat so garantiert mehr Freude, sich morgens wieder an den Schreibtisch zu setzen. Co-Working Spaces findest Du inzwischen in fast jeder Stadt.
Auf Sharedesk vermieten weltweit Büros und „Schreibtischmieter“ ihre zeitweise ungenutzten Arbeitsplätze. Dank des flexiblen Office-Sharings kannst Du, auch wenn Du mal für ein Projekt in einer anderen Stadt bist, günstig einen Workspace finden, ohne die Miete für einen ganzen Monat hinblättern zu müssen.

 

Auf Plattformen wie Frents, Leih dir was und wir.de leihen sich Nachbarn untereinander Werkzeuge und andere Gegenstände aus. Auf einer Karte kannst Du sehen, wer in Deiner näheren Umgebung eine Leiter hat, wer sein Waffeleisen zur Verfügung stellt oder wer mal ein Wochenende auf sein Schlauchboot verzichten kann.
Der Verein PumpiPumpe hat Sticker entworfen, die Du auf Dienen Briefkasten kleben und so den anderen Hausbewohnern mitteilen kannst, was Du gerne ausleihst.

Manche haben einen Garten oder ein Grundstück, aber keine Zeit das zu pflegen. Andere hätten liebend gerne mehr Erde unter den Fingernägeln, aber haben nicht einmal einen Balkon. Auf Garten-teilen kommen die einen mit den anderen endlich zusammen. Der Grundstückbesitzer gibt an, wie groß sein Stück Natur ist, wann und wie es genutzt werden kann und in welchem Zustand es sich befindet. Gartensuchende können hingegen sagen, wie sie sich austoben möchten, was sie anpflanzen möchten und mitteilen ob sie Geräte oder Hilfe brauchen. So profitieren beide Seiten davon und entdecken vielleicht sogar gemeinsam die Freude an der Natur.

Vorhandenes nutzen: Verschenken statt Wegwerfen

In vielen Städten gibt es inzwischen eine Give Box. Das ist ein meist liebevoll zusammengezimmertes und aufgehübschtes Regal, in dem Du Geschenke für Fremde hinterlegen kannst. So finden Gegenstände, die Du aussortierst, schnell einen neuen Besitzer. Wer etwas mitnimmt, bedankt sich im Gästebuch vor Ort oder auf der Facebook-Seite. Das macht Freude, stärkt die Nachbarschaft, befreit von Krempel und setzt ein Zeichen gegen die Wegwerfgesellschaft.

Dein Kleiderschrank quillt über und trotzdem hast Du mal wieder das Gefühl, nichts zum Anziehen zu haben? Da Du damit nicht alleine bist, gibt es Kleidertauschbörsen wie Common Vintage, Mädchenflohmarkt oder Kleiderkreisel. Da kannst Du Klamotten, die Du nicht mehr gerne trägst, die aber noch in gutem Zustand sind, tauschen, verschenken oder auch für einen schmalen Taler verkaufen.

Du fährst in den Urlaub und willst den Kühlschrank vorher noch räumen? Du arbeitest in einem Café, und es tut Dir jeden Abend aufs Neue weh, wieder Kuchen und Croissants in die Tonne zu werfen? Auf foodsharing.de findest Du dankbare Abnehmer. Du kannst Dich auf der Plattform aber auch mit anderen zum Kochen oder Picknicken verabreden, um zu viel Gekauftes gemeinsam aufzufuttern. Auf der Seite kannst Du verfolgen, wie viele Kilo Lebensmittel auf dieses Weise schon gerettet wurden. Aktuell sind es 2.804.308 kg! Da macht das Schenken gleich ein doppelt gutes Gefühl.

Die Plattform Mundraub sorgt dafür, dass Obst und Gemüse, das auf öffentlichen Flächen wächst, vor dem Verderben bewahrt wird. Auch Menschen, die einen Acker mit Obstbäumen oder Hecken voller Beeren haben, können anderen damit eine Freude machen - etwa wenn sie selbst nicht ernten, weil sie so viel gar nicht brauchen,. Auf einer Karte ist übersichtlich visualisiert, wo es was zu pflücken gibt. Vielen Mundräubern liegt auch etwas daran, die Bestände zu erhalten: Sie kümmern sich im Gegenzug ehrenamtlich um die Pflege der Bäume und Sträucher.

 

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