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Crowdfunding: Eine Chance für gute Ideen

In Deiner Schublade schlummert ein Drehbuch für einen Film? Du willst Fahrräder mit GPS-Sensor gegen Diebstahl sichern? Du hast Lust, eine Sprachschule für Flüchtlinge zu gründen, oder hast eine Idee für eine bahnbrechende App? In Deinem Kopf ist alles klar, der Plan für die Umsetzung steht, aber eines fehlt: die Kohle! In Zeiten von Crowdfunding soll Dich das nicht länger aufhalten.


 
Was ist Crowdfunding?

Auf Crowdfunding-Plattformen im Netz treffen Kreative mit einer innovativen Idee für ein Produkt oder ein Projekt auf Menschen, die ein bisschen Geld locker machen können – und die vor allem Freude daran haben, tolle Einfälle finanziell zu unterstützen und deren Realisierung zu ermöglichen.

Die Idee hinter Crowdfunding ist die Schwarmfinanzierung. Für den Projektinitiator selbst mag die Summe für den Anschub seines Projekts zu groß sein. Wenn aber viele Menschen – die Crowd – kleine Beträge investieren, weil sie die Idee unterstützenswert finden, kommt in der Summe recht schnell ein ansehnlicher Betrag zusammen.

Mit einem Pitch-Video, einem Text und Bildern beschreibt der Starter sein Vorhaben und legt ein Fundingziel, eine Deadline und kleine Anreize für die Investoren fest. Wenn sich genug Unterstützer finden und das Fundingziel erreicht wird, kann die Idee realisiert werden. Es kann aber auch passieren, dass sich während der Dauer der Kampagne nicht genug Geldgeber finden. Dann kommt das Projekt nicht zustande und jeder Geldgeber erhält sein Geld zurück.

Die Probe aufs Exempel: Wie gut ist Deine Idee?

Das Schöne an Crowdfunding ist nicht nur, dass Du Dein Projekt bekannter machen kannst und im besten Falle genug Geld für die Umsetzung sammelst – Du erhältst auf diesem Weg auch ein klares Feedback, wie gut Deine Idee wirklich ankommt. Das kann sehr viel wert sein und Dich in der Findungsphase voranbringen.

Die Kunst beim Crowdfunding besteht für Dich als Projektinitiator darin, Dein Vorhaben gut zu durchdenken, und es so mitreißend zu präsentieren, dass Andere das Gefühl haben, das Projekt oder Produkt fehlt der Welt noch. Sie müssen Deine Leidenschaft spüren und Lust bekommen, Dein Team bei der Verwirklichung der Idee zu unterstützen und zu begleiten.

 

 
Kann jeder Crowdfunding nutzen?

Grundsätzlich kann jeder eine Crowdfunding-Kampagne starten. Wenn Du allerdings unter 18 Jahre alt bist, kannst Du nur dann zur Finanzierung aufrufen, wenn Du einen erwachsenen Projektpartner hast.

Weil die Plattformen öffentlich zugänglich sind, können auch kleine Projekte und Initiativen viel Aufmerksamkeit bekommen und sich so einen Zugang zu finanziellen Mitteln verschaffen. Ganz gleich, ob Du Dein Projekt in einer großen Stadt oder in einem verschlafenen Dörfchen starten willst, ob Du ein kleine Projektgruppe oder eine großes Team hast, ob Du Erfahrung hast oder Neuland betrittst: Im Netzwerk der Crowdfunder bekommen gute Ideen eine Chance.

Du willst ein Projekt unterstützen?

Eine grundlegende Idee von Crowdfunding ist es, dass man weiß, wer hinter dem Spendenaufruf steckt, und dass es durchwegs transparent ist, wofür das gesammelte Geld eingesetzt wird. Die meisten Starter stellen in ihrem Kampagnen-Video neben der Idee und der geplanten Umsetzung auch ihr Team vor. Du weißt also, wohin Dein Geld fließt, und kannst die Initiatoren bei Fragen auch direkt anschreiben.

 

 
Was habe ich als Unterstützer davon?

Beim spendenbasierten Crowdfunding geht es ganz um den guten Willen. Du spendest Dein Geld oder Deine Zeit für gemeinnützige Projekte, ohne dafür eine finanzielle oder materielle Gegenleistung zu bekommen. Plattformen hierfür sind etwa Betterplace, Respekt.net oder Socialfunders.

Beim prämienbasierten Crowdfunding auf Plattformen wie Startnext, Kickstarter, Indiegogo, oder Visionbakery wirst Du als Unterstützer mit einer kleinen Gegenleistung belohnt, die etwas mit dem Projekt zu tun hat. Das kann die signierte Platte oder das fertige Buch sein, aber auch eine öffentliche Danksagung, exklusive Einblicke hinter die Kulissen oder besondere Konditionen für die Auftakt-Veranstaltung.

Ein bisschen mehr Business-Wind weht bei der Finanzierung durch Crowdlending oder Crowdinvesting. Auf Plattformen wie Companisto, Innovestment oder Seedmatch können sich Investoren finanziell an vielversprechenden Projekten oder Startups beteiligen und deren Entwicklung verfolgen. Bei erfolgreichem Projekt-Start werden sie im Fall von Crowdinvesting am finanziellen Erfolg des Projekts beteiligt. Im Fall von Crowdlending erhalten sie das investierte Kapital wieder zurück.

Es gibt inzwischen unglaubliche viele Crowdfunding-Portale. Sie unterscheiden sich in ihrer inhaltlichen Ausrichtung oder in der Art der Finanzierungsmöglichkeiten. Allen gemeinsam ist, dass es neben der finanziellen Beteiligung immer auch um eine emotionale Teilhabe geht: Die Gemeinschaft hilft dem Einzelnen bei der Realisierung seines Projektes, weil sie an die gute Idee glaubt.

 

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