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Trendsport Bouldern: Ganzkörpertraining am Felsen

Ursprünglich nutzten Kletterer Boulder-Felsen, um sich für die „große Wand“ auszuwärmen und um die eigene Technik zu verbessern. Inzwischen ist das Bouldern zum etablierten Trendsport avanciert. Höchste Zeit also, sich diese Variante des Sportkletterns mal genauer anzuschauen.

Young man climbing natural rocky wall with blue sky on the background
 
Was ist Bouldern?

Der Begriff kommt von dem englischen Wort „boulder“, was Felsblock bedeutet. Bouldern ist eine Form des Kletterns, bei der in Absprunghöhe und ohne Seil geklettert wird. In erster Linie geht es darum, Bewegungsabläufe zu trainieren und an der Technik zu feilen. Sogenannte „Boulderprobleme“, vorher definierte Routen aus 6-8 Griffen, werden ein paar Mal hintereinander geklettert, bis der Ablauf reibungslos funktioniert. Es gibt ganz unterschiedliche Schwierigkeitsgrade und je höher diese sind, desto akrobatischer und komplexer wird die ganze Sache.

Gebouldert wird an kleineren Felsen. Da ohne Sicherung geklettert wird, empfiehlt es sich, eine Matte, ein sogenanntes „Crashpad“, mitzunehmen, oder die Hilfe eines „Spotters“ in Anspruch zu nehmen. Der Spotter steht hinter oder leicht unterhalb des Kletternden. Falls dieser den Halt verliert, sorgt der Spotter dafür, dass er auf den Füßen und nicht auf dem Rücken landet. Er fängt ihn aber nicht auf, sondern beeinflusst lediglich die Sturzrichtung und die Körperhaltung des Fallenden.

Nun hat aber nicht jeder von uns Berge und Felsen vor der Haustür. Darum gibt es in vielen Städten inzwischen Boulderhallen. Wo die für Dich nächstgelegene ist, kannst Du zum Beispiel über die App „Kletterhallen-Finder“ (für iPhone) oder auf der Seite des Deutschen Alpenvereins herausfinden. Die künstlichen Fels-Wände in einer solchen Halle sind etwa vier Meter hoch und mit verschiedenfarbigen Griffen übersät, die die Routen und Schwierigkeitsgrade anzeigen. Der Boden ist eine einzige weiche Matte, sodass ein Sturz oder ein Absprung aus der Wand weniger weh tut.

 

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Was trainiert man beim Bouldern?

Bouldern ist super effektiv, wenn Du den ganzen Körper trainieren willst. Neben den vielen Muskeln und der Beweglichkeit trainierst Du beim Bouldern auch Dein Hirn: Die komplexen Positionen und die ungewohnten Bewegungsabläufe erfordern ein hohes Maß an Konzentration und Koordination.

Wichtig ist, dass Du dich gut aufwärmst, bevor du „in die Wand“ gehst. Sonst kommt es schnell mal zu Verletzungen, weil die Moves so ungewohnt sind. Auch beim Absprung solltest Du Dich konzentrieren – Deine Sprunggelenke werden’s Dir danken.

 

Young woman climbing up on wall in gym, rear view

 

Was brauche ich dafür?

Das Schöne an dieser Klettervariante ist, dass Du auch als Anfänger gleich loslegen kannst, ohne dass Du erst komplizierte Sicherungstechniken lernen oder Dich mit viel teurem Equipment eindecken musst. Du brauchst lediglich bequeme Kleidung, Kletterschuhe und ein Chalkbag – einen Beutel mit Magnesiumcarbonat, in dem Du Deine Hände pudern kannst, wenn sie nicht griffig genug sind.

Da Du ohne Seil und Sicherungsgurt kletterst, brauchst Du keinen Kletterpartner. Wobei es gerade am Anfang sinnvoll ist, wenn Du Dich mit jemandem zusammentust – dann könnt Ihr Euch kleine Hilfestellungen geben und Euch gegenseitig spotten. Außerdem macht es zu mehreren natürlich mehr Spaß, weil man gemeinsam die Routen austüfteln und sich motivieren und battlen kann.

Auch Mia & Lars haben sich im Bouldern versucht. Das Ergebnis seht Ihr hier:

 

 
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