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Digital Detox: Erholung vom Smartphone

Wir werden nervös, wenn wir das Smartphone zu Hause vergessen haben, langweilen uns in der U-Bahn, wenn der Akku leer ist und Wartezeiten kommen uns unerträgliche lang vor, wenn wir keinen Input aus dem Netz bekommen. Machen wir uns nichts vor: Das Smartphone hat uns fest im Griff. Wer nur noch „Kopf runter“ unterwegs ist, ist reif für eine digitale Entgiftungskur.

 

Cropped image of teenage girls text messaging on smartphones

 
Warum können wir so schlecht ohne?

Ob gleich nach dem Aufwachen, in der Mittagspause, im Café oder unterwegs: Bei jeder Gelegenheit packen wir zum Phone und checken, was es Neues gibt. Zumindest für kurze Zeit befriedigt es unser drängendes Bedürfnis nach Neuigkeiten und nach Kontakt zu den Anderen. Seien es Updates im Facebook- oder Instagram-Stream, SMS oder E-Mails: Bei so vielen unterschiedlichen Kanälen, ist immer was los und man möchte in dem ewigen Informationsfluss natürlich so wenig wie möglich verpassen.

Das Smartphone übernimmt mittlerweile aber noch so viele andere Aufgaben, dass es uns immer schwerer fällt, nicht ständig zu ihm zu greifen. Wir nutzen es längst nicht mehr nur, um unsere sozialen Kontakte zu pflegen, sondern auch als Kamera, als Kalender, als Wecker, als Ausdauertrainer beim Joggen, gegen die Vergesslichkeit und zur Zerstreuung. Für nahezu jedes Bedürfnis gibt es die passende App – und damit eine kleine Fessel mehr, die uns am Display hält.

 

Beautiful girl using her mobile phone in cafe.

 
Was macht der ständige Smartphone-Konsum mit uns?

Wenn wir bei allem, was wir tun, ständig aufs Display starren, laufen wir Gefahr, das Hier und Jetzt zu verpassen. Ohne es wirklich zu merken, ist man schnell mal nur noch mit einem Ohr dabei, wenn die Freundin einem gerade etwas erzählt. Man merkt vor lauter Daddeln gar nicht, dass ein ganz gut aussehendes Gegenüber in der Bahn unseren Blick sucht. Oder man verpasst den halben Film, weil eine Push-Nachricht nach der anderen das Display erleuchtet.

Bei all der Reiz- und Informationsüberflutung können wir uns immer schwieriger auf eine Sache konzentrieren. Gerade war man noch mit X im Chat, dann ruft Y an, dann will man nachschauen, wo das Café ist, in dem man gleich verabredet ist, dann liest man den Artikel weiter, den man beim Frühstück angefangen hat. Man verzettelt sich die ganze Zeit. Jeder Klick lässt unsere Gedanken in eine andere Richtung abschweifen und unser Kopf kommt nicht zur Ruhe.

 

Woman using a phone while her husband is sleeping

 

Auf zur digitalen Entgiftung!

Die meisten von uns müssen vor allem eines wieder lernen: Achtsamkeit. Wir müssen wieder lernen, uns wirklich Zeit für die Dinge zu nehmen und uns bei all der Ablenkung wieder auf das Wichtigste, auf die Gegenwart, zu konzentrieren.

Sich vom Smartphone zu lösen, ist zwar am Anfang ganz schön schwierig, weil man ständig denkt, man verpasst etwas. Am wichtigsten ist daher erstmal, Euch bewusst zu machen, dass Ihr eigentlich nichts verpasst. Ihr könnt ja alles lesen und beantworten, nur eben alles zu seiner Zeit.

Alles in Echtzeit mitkriegen ist gar nicht möglich. Ihr habt viel mehr davon, wenn Ihr Euch Eure Zeit bewusst einteilt in Zeit mit und Zeit ohne Smartphone und wieder eine Balance findet zwischen On und Off. Dann seid Ihr bei beidem voll bei der Sache: bei dem Treffen mit Freunden und später beim Checken der ganzen Kanäle. Wenn Ihr es schafft, so umzudenken, werdet Ihr schnell merken, dass es ein riesiger Gewinn ist, wieder voll bei der Sache zu sein, das Gegenüber und Drumherum bewusst wahrzunehmen. Sich eben auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

Ihr müsst das Phone ja nicht gleich wegschließen, aber versucht mal phasenweise ohne die kleine Kiste auszukommen. Legt das Handy bewusst in ein anderes Zimmer, wenn Ihr arbeiten oder lesen wollt oder einen Film schaut. Lasst es lautlos in der Tasche, während Ihr Bahn oder Auto fahrt und schaut mal wieder bewusst hin, was um Euch herum so passiert. Oder lasst es doch mal ganz zu Hause, wenn Ihr Euch mit Freunden trefft oder zum Sport geht.

Für alle, die einen richtigen Entgiftungsplan mit Anleitung brauchen, erklärt Dr. Johannes in diesem Video, wie Ihr die Sucht in 28 Tagen wieder in den Griff bekommt:

 

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