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Cyberchondrie: Kann man sich krank googeln?

Kopfweh, stechendes Kopfweh... Was mag das nur sein? Vielleicht habe ich zu wenig Wasser getrunken, oder zu wenig geschlafen. Oder ist es doch Migräne, eine Hirnblutung oder... etwa ein Tumor? Wie sinnvoll ist es eigentlich, das Internet nach den eigenen Wehwehchen zu durchsuchen?

 

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Klar, wenn's irgendwo zwickt, suchst Du erstmal im Internet - typisch: Rund zwei Drittel der deutschen Internetnutzer scannen bei Gesundheitsfragen erstmal diverse Gesundheitsportale, Foren und Artikel, bevor sie zum Arzt gehen.

Wenn Du lange genug suchst, wirst Du zwar einiges finden, das Dich beruhigt, aber eben auch Vieles, das Deine Knie erst richtig schlottern lässt. Und wenn Du Pech hast, entdeckst Du plötzlich auch noch Symptome bei Dir, die Du vorher gar nicht hattest, und die auf eine noch viel schlimmere Krankheit hindeuten. Au weia....

Was ist Cyberchondrie?

Unter Experten heißt diese übertriebene Sorge, die durch die Suche im Netz entsteht, „Cyberchondrie“. Damit sind vor allem die „härteren Fälle“ gemeint, also Menschen, die ohnehin zu Gesundheitsangst neigen. Die Cyberchondrie ist sozusagen die Online-Variante der Hypochondrie, der ausgeprägten Angst krank zu sein.

Manche Cyberchonder verbringen Stunden damit, zwanghaft ihre Beschwerden im Netz zu recherchieren. Sie überdramatisieren Symptome und haben solche Angst vor einer schlimmen Diagnose, dass sie schon deshalb nicht zum Arzt gehen. Obwohl der wahrscheinlich viel schneller Entlastung schaffen könnte – aber auch das nur im akuten Fall, denn Cyberchonder finden schnell das nächste Symptom und schon befinden sie sich wieder in der Panik-Such-Spirale.

 

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So schützt Du Dich vor Panik und Cyberchondrie

Die breite Vielfalt an Informationen rund um Gesundheitsthemen im Netz ist hilfreich, um sich grundsätzlich zu Krankheitsbildern und Behandlungsmöglichkeiten zu informieren. Das Problem ist nur, dass man als Laie oft nicht einschätzen kann, welcher Quelle man trauen kann und welche schlicht und einfach Quatsch verzapft. Auch kann man vielleicht manche Begriffe nicht richtig einordnen, wenn man nicht grade eine medizinische Ausbildung hat. Und das gefährliche Halbwissen führt dann schnell zu falschen Selbstdiagnosen und diesem äußerst unangenehmen Gedankenkarussell.

Bei der Suche im Netz solltest Du im Hinterkopf haben, dass nicht jeder, der mal Schnupfen oder einen Tag lang Kopfschmerzen hat, darüber gleich in einem Forum schreibt. Bei schwereren Erkrankungen befasst man sich natürlich intensiver und tiefgreifender damit. Das kann in Foren viel Raum einnehmen, was aber eben nicht bedeutet, dass die Krankheiten deshalb auch häufig vorkommen.
Um Dich von so etwas nicht so leicht verunsichern zu lassen, suche am besten gezielt nach Begriffen, lies eher auf informativen Seiten nach als in Foren, und setze Deiner Suche auch eine zeitliche Grenze – dann rutschst Du nicht so leicht in so eine Panik-Such-Spirale.

 

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Wirf bei den Webseiten auch mal einen Blick ins Impressum um einzuschätzen, ob der Betreiber seriös ist und ob Du Dich auf die Infos verlassen kannst.
Wir können Dir zum Beispiel den Video-Channel von Dr. Johannes Wimmer ans Herz legen. „Dr. Johannes“ ist ein Hamburger Klinikarzt, der mit der TK zusammenarbeitet, und in seinen leicht verständlichen Videos zu vielen Themen aufklärt.

 

 

Bei der TK gibt es außerdem unter dem Titel „Kompetent als Patient“ ein umfangreiches Beratungsangebot, das Dich als Patient schult.

Bei der Eigenrecherche ist das Wichtigste: Ruhe bewahren! Und bei Beschwerden, die du noch nie hattest, oder bei schwereren oder anhaltenden Symptomen solltest Du lieber zum Arzt gehen, statt auf eigene Faust ewig nachzuforschen. Das spart Dir nicht nur Sorgen, sondern auch jede Menge Zeit!

 
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