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Die Pille ist kein Lifestyle-Produkt!

Seit Jahrzehnten ist die Anti-Baby-Pille eines der zuverlässigsten Verhütungsmittel. Viele nehmen sie aber nicht nur, um sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen, sondern auch weil sie ganz nebenbei schöne Haut und eine Körbchengröße mehr zaubert. Was Viele vernachlässigen: Die Pille ist in erster Linie ein Arzneimittel, das auch ernstzunehmende Nebenwirkungen haben kann.

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Wie wirkt die Pille?

Die Pille ist ein Hormonpräparat, das auf dreifache Weise wirkt: Der Eisprung wird unterdrückt, und das Eindringen von Spermien durch veränderten Schleim im Gebärmutterhals erschwert. Außerdem wird die Gebärmutterschleimhaut nur ungenügend aufgebaut, sodass sich ein befruchtetes Ei gar nicht erst einnisten kann. Wenn die Pille richtig eingenommen wird, ist sie ein sehr sicheres Verhütungsmittel.

Welche Pillen gibt es?

Es gibt viele verschiedene Präparate, die zwar alle den Zweck haben, vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen, die sich aber in der Zusammensetzung der beiden Hormone Östrogen und Gestagen unterscheiden. Solche Kombinationspräparate werden auch Mikropillen genannt. Anders als diese, enthält die sogenannte Minipille nur ein Hormon, ein Gestagen.

Hier findest Du eine Übersicht über die verschiedenen Pillen, ihre Wirkungen und mögliche Nebenwirkungen.

Bei Anti-Baby-Pillen wird häufig von verschiedenen „Generationen“ gesprochen. Zu welcher Generation eine Pille zählt, hängt davon ab, wann sie auf den Markt gekommen ist. Mit den aktuell am häufigsten verschriebenen „moderne Pillen“ sind die der 3. und 4. Generation gemeint. Bei denen sind im Gegensatz zu den früheren Generationen zum Beispiel wesentlich weniger Östrogenmengen und neu entwickelte Gestagene enthalten. Je nach Generation und hormoneller Zusammensetzung unterscheiden sich die Präparate auch in ihren Nebenwirkungen.

 

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Was sind die Nebenwirkungen der Pille?

Für junge Frauen sind neben der Verhütung oft die positiven Nebeneffekte verlockend, die vor allem die modernen Gestagene mit sich bringen: kaum noch Pickel, ein paar Kilo weniger, schöne Haare, größere Brüste. Klar, wer will das nicht?

Aber die Pille ist kein Beauty-Produkt sondern ein verschreibungspflichtiges Medikament, das in den Hormonhaushalt eingreift und den Zyklus verändert. Und wie jedes Arzneimittel kann auch die Pille ernstzunehmende Nebenwirkungen haben. So erhöht sie unter anderem das Risiko für die Bildung von Thrombosen und Lungenembolien – und dieses ist bei manchen Pillen der 3. und 4. Generation je nach verwendetem Gestagen sogar höher als bei früheren Präparaten.

Bei einer Thrombose bildet sich ein Blutgerinnsel, das den Blutstrom behindert. Wenn sich das Gerinnsel löst, und durch den Körper in die Lunge, das Herz oder das Gehirn wandert, kann es zu einer lebensgefährlichen Embolie, einer Verstopfung der Blutgefäße, kommen.

Hier kannst Du nachlesen, wie Du die ersten Anzeichen erkennst und wann Du zügig zum Arzt gehen solltest.

 

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Informiere Dich gut, welche Pille zu Dir passt

Die Pille ist und bleibt ein zuverlässiges Verhütungsmittel. Aber Du solltest sie, wie andere Medikamente auch, in erster Linie wegen der Wirkung – zur Verhütung – nehmen und nicht wegen der Nebeneffekte wie der schönen Haut oder der weiblicheren Figur.

Wenn Du Dich für die Pille entscheidest, lasse Dich vorher gründlich untersuchen und bespreche mit Deiner Frauenärztin, welche Pille am besten zu Deinem Körper und Deinen Gewohnheiten passt. Wenn die Pille für Dich nicht geeignet ist, kann Deine Ärztin Dich auch zu anderen hormonellen oder nicht-hormonellen Verhütungsmittel beraten.

 

 
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