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Paleo – Essen wie in der Steinzeit

Meat and vegetables on plate

Obwohl unsere Vorfahren Jäger und Sammler waren, würden heutzutage die meisten von uns nach diesem Prinzip wohl jämmerlich verhungern. Nüsse und Beeren sammeln statt schnell mal in den Supermarkt um die Ecke gehen? Undenkbar! Trotzdem gibt es Menschen, die zumindest so tun als ob – indem sie nur das kaufen und essen, was auch für Steinzeitmenschen verfügbar war: Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte, Eier, Obst, Gemüse, Pilze, Nüsse und Honig. Das nennt sich dann Paleo. Der Name der Diät leitet sich übrigens von der Epoche des Paläolithikums, der Altsteinzeit, ab. Tabu sind Nahrungsmittel, die durch Ackerbau und Viehzucht entstanden sind. Kohlenhydrate, auch Brot oder Müsli, Zucker und industriell verarbeitete Produkte werden vom Speiseplan gestrichen. Viele verzichten sogar auf Milchprodukte.

Aber warum?

Paleo liegt im Trend. Es gibt zahlreiche Online-Foren zu dem Thema, Kochbücher, Seminare und Restaurants, in denen ausschließlich Paleo-Kost auf den Teller kommt. Auch Promis wie Miley Cyrus, Matthew McConaughey oder Megan Fox schwören angeblich auf die Steinzeit-Diät. Die Grundlage ist eine Theorie von Loren Cordain: Der Ernährungswissenschaftler glaubt, dass wir nicht dafür gemacht sind, kohlenhydratreiche Kost zu verdauen – schließlich habe sich der Mensch genetisch seit der Steinzeit kaum verändert. Wer das beherzigt, dem gehe es besser. Zumindest behaupten das die Paleo-Anhänger. Sabine Paul, Gründerin des PaläoPower-Instituts, verspricht „sprühende Energie mit der natürlichen Ernährung unserer fitten Vorfahren“. Auch andere Verfechter der Steinzeitkost berichten von positiven Auswirkungen auf Haut, Verdauung, Immunsystem, Wohlbefinden und sogar Allergien. Ein Nebeneffekt: Wer auf helles Mehl und Zucker verzichtet, bei dem purzeln natürlich auch ein paar überflüssige Pfunde.

Wo ist der Haken?

Wenn Paleo uns wirklich schlanker, fitter, schöner und gesünder macht, warum stellen wir dann nicht alle auf die steinzeitliche Ernährung um? Zum einen ist es natürlich ziemlich aufwendig, komplett auf die praktischen Fertigprodukte der Industrie zu verzichten und alles nach den Paleo-Vorgaben zuzubereiten. Zum anderen krankt die Theorie –sagen zumindest die Kritiker. Dass unser Körper Kohlenhydrate nicht verdauen kann, sei ein Mythos. Selbst Paleo-Verfechter räumen ein, dass es durchaus sein könnte, dass sich der Mensch längst an die kohlenhydratreiche Kost angepasst hat. Schließlich essen wir Kohlenhydrate seit Tausenden von Jahren. Genau aus diesem Grund hält zum Beispiel Susanne Klaus vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Paleo für „wieder so eine leicht unsinnige Sache“ – das Ganze habe „keine wissenschaftliche Grundlage“.

Woman's abdomen

Sich gesund zu ernähren und auf das eigene Gewicht zu achten, ist natürlich in jedem Fall sinnvoll. Woran man eine gute Diät erkennen kann, dazu gibt es Tipps unter http://www.tk.de/tk/145246.

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