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Ernährungsmythen – Der Faktencheck

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In wenigen Bereichen des Lebens gibt es so regelmäßig neue Studien oder halten sich Weisheiten so hartnäckig, wie bei Lebensmitteln. Kaffee ist ungesund, Eier erhöhen den Cholesterinspiegel, abends essen macht dick. Am nächsten Tag steht fast garantiert in der Zeitung, was davon schon längst widerlegt ist. Um für Euch Klarheit zu schaffen, haben wir einigen Ernährungsmythen auf den Zahn gefühlt.

Kirschen essen und danach was trinken = Bauchschmerzen

Kurz gesagt: Diese Warnung Eurer Eltern ist wissenschaftlich nicht erwiesen.

Eier erhöhen den Cholesterinspiegel

Die genetische Veranlagung ist der Hauptfaktor, der entscheidet wie viel Cholesterin produziert wird. Lebensmittel beeinflussen nur zu etwa 25 Prozent den Cholesterinspiegel. Eier (solange es nicht 10 Stück täglich sind) haben tatsächlich viele gesunde Nährstoffe und können von den meisten Menschen bedenkenlos gegessen werden.

Die Tomate ist kein Gemüse
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Irgendwo, irgendwie hat mittlerweile jeder mitbekommen, dass die Tomate eigentlich kein Gemüse ist. Folglich muss sie also eine Frucht sein, richtig? Falsch! Sie ist ein sogenanntes Fruchtgemüse. Hier haben wir für Euch die Definition, mit der Ihr beim nächsten Smalltalk glänzen könnt: Obst stammt von mehrjährigen und Gemüse von einjährigen Pflanzen ab. Dazu kommt noch die botanische Definition, die sagt: Obst sind Früchte, die aus bestäubten Blüten entstanden sind und Gemüse sind andere Pflanzenteile, wie Wurzeln oder Blätter.
Die Tomate muss jedes Jahr neu angepflanzt werden, ist also nach erster Definition ein Gemüse. Allerdings entsteht sie aus den bestäubten Blüten der Pflanze, folglich ist sie auch ein Obst. Fruchtgemüse sind also Teile der Pflanze, die gemäß der Definition einerseits Gemüse, anderseits Obst sein können. Auberginen, Gurken, Kürbisse, Melonen, Paprika und Zucchini gehören übrigens ebenfalls dazu.

Tomatenstängel verursachen Krebs
Wenn wir schon bei der Tomate sind, kommen wir gleich zum nächsten Mythos: Die grünen Stängel der Tomate verursachen Krebs.
Hier handelt es sich um ein Gerücht. Die grünen Tomatenstängel sind nicht gesundheitsschädlich. Die grünen Stellen unreifer Tomaten hingegen enthalten das giftige Solanin. Das ist übrigens auch in gekeimten Kartoffeln enthalten, die leicht grünliche Stellen haben. Wenn die abgeschnitten werden, kann der Rest ganz normal gegessen werden.

Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Kaffee hat zwar einen harntreibenden Effekt (man muss also häufiger aufs Klo), besteht aber selbst zum größten Teil aus Wasser. Nach Empfehlung der DGE solltet Ihr Euch allerdings nicht mehr als 4 Tassen pro Tag gönnen.

Abends essen macht dick und ist ungesund

Das ist so nicht richtig. Dem Körper ist es im Prinzip egal wann man isst, viel wichtiger ist die Menge, die verzehrt wird. Schlägt man sich den Bauch voll bis man kaum noch gehen kann, ist das in vielerlei Hinsicht nicht sonderlich gesund. Wer außerdem unruhig oder schlecht schläft, sollte abends auch nicht extrem reinhauen, da der Magen eine Menge zu verdauen hat – nicht nur die Ereignisse des Tages.

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