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Laktose-Unverträglichkeit: Milch ist nur was für MutantenSour cream, milk, cheese, yogurt and butter

Milch, Käse und Butter verursachen bei Dir Bauchkrämpfe, Blähungen oder sogar Durchfall? Dann ergeht es Dir möglicherweise wie unseren Vorfahren. Die krümmten sich nämlich auch vor Schmerzen, als sie zum ersten Mal Milch tranken. Der Grund: Der Mensch ist eigentlich nicht dazu gemacht, den darin enthaltenen Zucker – die sogenannte Laktose – zu verdauen. Dass die meisten von uns ihren Café Latte heute trotzdem ohne üble Nebenwirkungen schlürfen können, haben wir einer Gen-Mutation zu verdanken. Die hat dafür gesorgt, dass der Darm das Enzym Laktase dauerhaft produzieren kann. Genau das braucht es nämlich, um den Milchzucker problemlos zu verdauen. Allerdings haben längst nicht alle genügend Laktase: Etwa jeder fünfte Deutsche verträgt darum keine Milchprodukte. Diese Unverträglichkeit – auch Laktose-Intoleranz genannt – muss übrigens nicht angeboren sein. Sie kann sich auch im Laufe des Lebens erst entwickeln – nämlich dann, wenn die Laktase-Produktion im Darm nachlässt.

Was bedeutet das für meine Ernährung?

Laktose ist nicht nur in Milch, Quark und Joghurt enthalten – auch in unzähligen Fertiggerichten versteckt sich der Milchzucker. Komplett darauf zu verzichten, ist ganz
schön schwierig, aber zum Glück oft gar nicht nötig. Selbst wer eine Laktose-Intoleranz hat, verträgt kleinere Mengen meist dennoch ohne Probleme. Zu den laktosearmen Lebensmitteln gehört zum Beispiel auch Hartkäse. Außerdem gibt es inzwischen unzählige Alternativen, die pflanzlich sind oder eben keine Laktose enthalten. Selbst Milch, Sahne und andere Milchprodukte werden heutzutage in vielen Supermärkten auch als laktosefreie Variante angeboten.

Wie finde ich raus, ob ich betroffen bin?

Du hast das Gefühl, dass Dir Milchprodukte richtig übelauf den Magen schlagen? Das muss nicht zwingend bedeuten, dass Du keine Laktose verträgst. Ein Reizdarmsyndrom oder eine Fructose-Unverträglichkeit können nämlich ganz ähnliche Symptome hervorrufen. Darum solltest Du nicht einfach eigenmächtig Deine Ernährung umstellen, sondern am besten mit Deinem Arzt sprechen. Der kann zum Beispiel mithilfe eines Atemtests herausfinden, ob Du wirklich betroffen bist.

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